Wenn ich mittlerweile auf eine bald zwanzigjährige Leitung der Städtischen Musikschule zurückschauen kann, so waren für mich neben dem Erlebnis beeindruckender Projekte und künstlerisch mitreißender Konzerte weitere Höhepunkte dieser Tätigkeit jene Momente, in denen ich erleben durfte, wie die Übertragung von Verantwortung zu neuen Ideen und kreativer, fruchtbringender Eigeninitiative führte. Dass hierbei nicht jedes Vorhaben gelang, liegt in der Natur der Sache. Aber die Vielfalt und Qualität der Öffentlichkeitsarbeit, die an unserer Musikschule nahezu Tag für Tag verwirklicht wird, kann nicht angeordnet, sondern nur anregend, beratend und begleitend unterstützt werden. Deshalb werte ich auch Schülerinitiativen im Bereich des Gemeinschaftsmusizierens als einen besonderen Erfolg und als ein Gütesiegel der geleisteten musikpädagogischen Arbeit.

Ab dem nächsten Schuljahr 2008/09 wird die Zusammenarbeit von Musikschule, Freundeskreis und JOP auf der Grundlage einer Vereinbarung erfolgen, welche die Eigenverantwortlichkeit der Orchestermitglieder in den Mittelpunkt stellt. Was in der Präambel dieser Vereinbarung in zwei Sätzen sachlich formuliert wurde, war indes das Ergebnis eines langen, oft mit Leidenschaft geführten und mitunter auch schmerzhaften Klärungsprozesses. Aber am Ende hatten in der Sache alle gewonnen. So gibt es nun neben dem schon seit Jahren im kulturellen Leben der Landeshauptstadt fest verankerten Jugendsinfonieorchester ein Projektorchester der Städtischen Musikschule, das sich inzwischen zum zweiten Mal ein abendfüllendes Konzertprogramm erarbeitet hat.

Als Leiter dieser Schule, aus der die Mehrzahl der Orchestermitglieder hervorgegangen ist, wünsche ich allen jungen Menschen, die sich zum Jungen Orchester Potsdam zusammengefunden haben, weiterhin viel Freude beim gemeinsamen Musizieren und nach Monaten harter Probenarbeit auch die verdienten Früchte des Erfolgs.

Prof. Dr. Wolfgang Thiel
(Juni 2008)